Die Kreuzzüge

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Bernard de Clairvaux

Der heilige Bernhard von Clairvaux

Bernard von Clairvaux ist eine der herausragendsten Figuren des 12. Jahrhunderts. Er war wichtigster Berater und Gewissen gleich zweier Päpste, prägend für das Aussehen der Kirche seiner Zeit, war maßgeblich am Zustandekommen des 2. Kreuzzuges beteiligt und schickte so Tausende in den Tod.

Geboren wurde er 1090/91 auf Schloß Fontaines bei Dijon in Burgund/Frankreich. Sein Vater war der hochadelige Ritter Tescelin, seine Mutter Aleth von Montbard. Er hatte fünf Brüder, die alle zu Rittern ausgebildet wurden. Bernard entschloss sich als einziger für eine Laufbahn als Kleriker. Um diese Entscheidung ranken sich mehrere Legenden. So soll etwa seine Mutter vor Bernards Geburt eine Vision gehabt haben, die ihr so gedeutet wurde, dass ihr Sohn ein großer Prediger werden solle, und auch Bernard selber soll im Traum Jesus erschienen sein, bevor er sich 1112/13 entschied ins Kloster einzutreten.

Von seiner großen Rednergabe, die wohl sein herausragendstes Talent gewesen sein muss, zeugt die Tatsache, dass er sich nicht einfach so für das Klosterleben  entschied, sondern vorher noch 30 weitere Männer um sich scharte, die dann mit ihm ins Kloster gingen, darunter übrigens vier seiner fünf Brüder.

Das Kloster, in das er eintrat, war das Kloster Citeaux, das Stammkloster des von Robert von Molesme 1098 gegründeten Zisterzienserordens, der die Reformation des Benediktinerordens anstrebte.

Unter dem Mitwirken von Bernard begann der Orden zu florieren und 1115 wurde er damit beauftragt, eine weitere Abtei zu gründen. In der Champagne entstand so das Kloster Clairvaux, dessen erster Abt natürlich Bernard wurde.

Drei Jahre später übernahm Bernard dann die Leitung des Zisterzienserordens. Er überarbeitete die Ordensregeln und sorgte für eine beachtliche Verbreitung des Ordens (er gründete bis zu seinem Lebensende insgesamt 68 Klöster).

Obwohl sich Bernards Leben bis dato wie eine mittelalterliche Erfolgsstory (man sollte schließlich die Position der Kirche und der Klöster im Mittelalter bedenken) eines Machtmenschen liest und man es, vor allem wenn man seine späteren Einmischungen in die Kirchenpolitik mit einbezieht, kaum glauben möchte, so war Bernard doch ein Idealist, der nicht ohne Grund gerade den Zisterziensern beigetreten war. Bernard wichtigstes Anliegen war es, den Glauben wieder zurück zu den Wurzeln zu führen. Er wollte abrücken von der Prunksucht der Kirche, alte Tugenden wieder in den Mittelpunkt rücken (drei Erkenntnisweisen: Glauben (fides), Einsicht (intellectus) und Meinung (opinio)), und vor allem eine Rückbesinnung auf die Ursprungswerte des Mönchtums.

So lehnte er zum Beispiel mehrmals das Bischofsamt ab, um weiter  Vorsteher seines Klosters zu bleiben. Und auch sein als sein Hauptwerk gilt das “ De consideratione ad Papam Eugenium”, in dem er Papst Eugen III. rät dem Streben der Kirche nach Macht und Weltherrschaft ein Ende zu setzen.

Doch trotz dieser Einstellung schrieb er in den folgenden Jahren Geschichte:

1128 trug er dazu bei, dass der von Hugo von Payns (übrigens ein Verwandter von Bernard) gegründete, Templerorden anerkannt wurde. Auch überarbeitete er dessen Ordensregeln, so  dass ihm auch oft fälschlicherweise die Gründung der Templer zugeschrieben wird. Tatsache ist allerdings, dass er diesem Orden sogar kritisch gegenüberstand, da er das echte Mönchsideal als würdiger empfand als das der Ritterorden.

1130 war nun ein wichtiges Jahr für Bernard. In diesem Jahr brach das päpstliche Schisma aus. Bernard schlug sich auf die Seite von Papst Innozenz II., dem er durch seinen Einfluss und sein Redetalent zur Anerkennung seines Titels in mehreren Ländern verhalf.

Ein Jahr später folgte wieder ein einschneidendes Erlebnis für Bernard: Er lernte den Mönch und Philosophen Abaelard kennen, dem ebenfalls der Sinn nach Kirchenreformation stand. Allerdings nicht so wie der orthodoxe Bernard. Abaelard wandte eine neue wissenschaftliche Ausrichtung zu Bernards Leidwesen auf die Kirche an. Man fing nämlich an, Texte nach ihrer Geschichte, ihrer historischen Verbürgtheit zu beurteilen, was heute ja gang und gebe ist. So musste Bernard wohl damals einen ziemlichen Schock bekommen haben, als er erfuhr, dass in Abaelards Kloster eine etwas unterschiedliche Version des Vater- Unsers gebetet wurde. Abaelard berief sich dabei auf Matthäus Version, die nach seiner Erkenntnis tatsächlich älter und damit wohl authentischer sein musste. Doch sie wich von der Norm ab. Und da Abaelard weitere Bücher veröffentlichte, in denen er durch seine Nachforschungen an weiteren            Grundfesten der Kirche rüttelte schwang sich Bernard schon bald zu Abaelards erbittertstem Feind auf und das, obwohl er seine Bücher nicht einmal las, sondern sich immer nur informieren ließ, ohne wirklich Abaelards Absichten zu verstehen.

Doch durch sein Ansehen bei Papst Innozenz II. erwirkte er 1140 den Kirchenverstoß von Abaelard und die Vernichtung seiner Bücher. In diesem krassen Vorgehen sieht man heute die Anfänge der Inquisition.

Sein nächstes Eingreifen in die Politik hatte wiederum fatale Folgen. Papst Eugen III. beauftragte Bernard damit, Adlige für einen 2. Kreuzzug zu gewinnen und dieser nahm den Auftrag an, obwohl er selber kein echter Kreuzzugsbefürworter war. Und wie sich herausstellte,  konnte man sich auf Bernard verlassen, denn dieser überzeugte mit zwei flammenden Reden erst in Vezeley den französischen König Ludwig VII., und dann später in Speyer noch Konrad III., sich dem Kreuzzug anzuschließen. Als dann allerdings der Kreuzzug in einem schweren Disaster endete, war dies auch für Bernard ein schwerer Schlag, von dem er sich bis zu seinem Tod am 20.8.1153 in Clairvaux nicht mehr erholte.

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