Die Kreuzzüge

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Die Sieben Kreuzzüge

1. Kreuzzug (1096 – 1099)

- aufgrund der Gefahr einer Eroberung durch die Seldschuken bittet der byzantinische Kaiser Alexios den Papst um militärischen Beistand

- auf der Synode von Clermont 1095 ruft Papst Urban II zum Kreuzzug gegen die Heiden in Palästina auf

- Anführer des daraufhin entstehenden Kreuzfahrerheeres sind u.a. Gottfried von Boullion, Balduin von Boulogne, Rainmund von Toulouse und die Normannen Bohemund und Tancred

- da Alexios erkennt, dass dieses Kreuzfahrerheer seiner eigenen Macht im Staat sehr gefährlich werden kann, werden sofort Kampfaufträge erteilt, um die Seldschuken von der Hauptstadt fernzuhalten

- nachdem die Festungen von Nicaea, Dorylaeon und Antiochia eingenommen werden, beginnt 1099 die Belagerung Jerusalems, die nach schweren Verlusten auf Seiten der Christen mit der Eroberung der Stadt und der Hinrichtung der heidnischen Einwohner endet

- das Königreich Jerusalem wird gegründet, Gottfried von Boullion erhält den Titel „Beschützer des Heiligen Grabes“

- Bohemund wird Herrscher von Antiochia und bekriegt zu Zwecken der Gebietserweiterung den christlichen Kaiser von Byzanz; Balduin reißt in Edessa die Herrschaft an sich

2. Kreuzzug (1147 – 1149)

- nach der erfolgreichen Belagerung Edessas (1144) durch Sultan Atabeg ist die fränkische Streitmacht stark geschwächt

- Papst Eugen III ruft 1146 zu einem neuen Kreuzzug auf; französische Ritterscharen brechen nach Osten auf, gefolgt vom deutschen König Konrad III

- beim Durchzug durch das byzantinische Reich plündert das Kreuzfahrerheer die Provinzen; wieder kämpfen Christen gegen Christen

- in Kleinasien lässt sich das Heer in mehrere kleine Gefechte gegen die Türken verwickeln, so dass nur ein Bruchteil des ursprünglichen Heeres Antiochia und Akko erreicht

- ein großer Fehler der Führer ist der Beschluss, Damaskus anzugreifen, da die Stadt die einzige muslimische Macht ist, die den Franken wohlgesonnen ist; Damaskus verbindet sich daraufhin mit den Türken

- die Belagerung 1149 endet in einem Rückzug der Kreuzfahrer

 

3. Kreuzzug (1189 – 1192)

- aufgrund der Eroberung Jerusalems durch Sultan Saladin 1187 bildet sich in Europa unter Kaiser Friedrich Barbarossa, dem englischen König Richard I Löwenherz und Philipp-August von Frankreich ein neues Kreuzfahrerheer

- mit den wenigen ihm verbliebenen Truppen greift der (ehemalige) König von Jerusalem Guido von Lusignan Akko an

- 1191 trifft endlich das Kreuzfahrerheer ein; die Belagerung Akkos wird energisch vorangetrieben

- nach der Kapitulation der Festung im selben Jahr schifft sich der französische König wieder nach Frankreich ein, während Richard seinen Kampf gegen Saladin fortführt

- ein 1192 zwischen Richard und Saladin abgeschlossener Vertrag garantiert den Christen freien Zugang zu den Heiligen Stätten

- Heinrich I wird neuer König von Jerusalem; nach seinem Tod folgt ihm Amalrich II, der sowohl König von Jerusalem als auch von Cypern ist

- durch die Küsteneroberungen Richards gelingt es den Christen, Handelswege in den Osten offen zu halten

4. Kreuzzug (1202 – 1204)

- 1198 ruft Papst Innozenz zum Kreuzzug auf; dieser soll wieder ein rein kirchliches Unternehmen werden

- entgegen der öffentlichen Erklärung soll der Kreuzzug nicht nach Palästina, sondern gegen Kairo gehen

- der Doge von Venedig, Dandolo, der Schiffe und Vorräte bereitstellt, knüpft dies an die Bedingung, dass das Kreuzfahrerheer für Venedig das abtrünnige Zara zurückerobern

- Dandolo wird zum Führer des Kreuzzuges ausgerufen

- die christliche Stadt Zara wird durch Kreuzfahrer geplündert und an Venedig übergeben

- der Papst ist aufgebracht und reagiert mit der Exkommunition des Heeres, annuliert diese aber kurz darauf wieder

- da Kairo ein wichtiger Handelspartner von Venedig ist, leitet Dandolo den Kreuzzug nach Konstantinopel um

- 1203 beginnt die Belagerung Konstantinopels, die aber erst 1204 mit der Eroberung und Plünderung der Stadt endet

- Balduin von Flandern wird zum Kaiser des Reiches von Konstantinopel gekrönt

5. Kreuzzug (1228 – 1229)

- der einzige Kreuzzug, der auf friedliche Weise geführt wurde und unblutig ausging

- Kaiser Friedrich erklärt sich im Vertrag von Germano bereit, zu einem Kreuzzug aufzubrechen, bei Nichterfüllung droht ihm der Kirchenbann

- 1225 bricht das Kreuzfahrerheer unter Friedrich in Richtung Akkon, Friedrich selbst erkrankt an Malaria und geht von Bord, um wieder zu genesen

- Papst Gregor IX hält diese Krankheit für einen Vorwand und exkommuniziert Friedrich; der Papst und somit die Kirche verbieten Friedrich, die Kreuzfahrt ohne Absolution anzutreten

- 1228 folgt Friedrich seinem Heer nach Akkon und wird dort, trotz eines zweiten Bannfluches des Papstes begeistert empfangen

- die Templer und andere Orden verweigern Friedrich ihre Gefolgschaft; es fehlen also ausreichende Streitkräfte, um Jerusalem militärisch einzunehmen

- 1229 gelingt es Friedrich, durch einen Vertrag mit Sultan al-Kamil Jerusalem und andere Städte wieder dem Königreich Jerusalem anzugliedern

- nach seiner Rückkehr wird Friedrich von der Bevölkerung als Befreier Jerusalems gefeiert; der Papst sieht sich 1230 gezwungen, den Bann aufzuheben

- somit ist der 5. Kreuzzug weniger ein kriegerischer als ein politischer (und überwiegend innerchristlicher) Konflikt

6. Kreuzzug (1248 – 1254)

- nachdem 1244 Jerusalem an die Türken gefallen ist, bricht 1248 Ludwig IX der Heilige zu einem Kreuzzug auf

- Ziel ist erneut Ägypten, 1249 wird Damiette eingenommen

- nach mehreren Schlachten gerät das französische Expeditionskorps mit König Ludwig 1250 in Gefangenschaft, als Lösegeld müssen Unsummen an Steuergeldern gezahlt werden, außerdem muss Damiette geräumt werden

- Ludwig baut die Festungen Akkon, Jaffa und Caesarea aus, Geldmangel zwingt ihn 1254 zur Rückkehr nach Frankreich

7. Kreuzzug (1270)

- Ludwig sammelt erneut Truppen um sich; diesmal ist das Ziel Tunis, um von dort später gegen Ägypten vorzugehen

- während der Belagerung Tunis’ bricht im Lager die Beulenpest aus; eines der ersten Opfer ist Ludwig selbst

- mit dem Ableben Ludwigs stirbt auch die Kreuzzugsbegeisterung in Europa; der 7. und letzte Kreuzzug stellt das Ende einer 200 Jahre andauernden Ära des Krieges im Heiligen Land dar

 

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