Ferropolis

die Stadt aus Eisen

 

 

 

Geschichte des Tagebaues

Im Tagebau Golpa-Nord wurde seit 1964 Braunkohle abgebaut. In den fast 30 Jahren, in denen der Tagebau betrieben wurde, wurden über 340 Mio. m³ Abraum bewegt und 70 Mio m³ Braunkohle gewonnen. Diese Braunkohle wurde zur Energiegewinnung in den Großkraftwerken Zschornewitz und Vockerode genutzt. 1991 dann war der Tagebau erschöpft und die Geräte sollten verschrottet und die Landschaft rekultiviert werden. Während dieser Arbeiten kam die Idee auf, einige der Bagger nicht zum alten Eisen zu werfen, sondern zu erhalten.

 

 

 

 

 

Die Idee

Die erste Idee war ein Museum, das von den ehemaligen Arbeitern vorgeschlagen wurde. Eine weitere Gelegenheit dazu bot die Expo 2000, die eine Arena für Großraumveranstaltung benötigte. Diese Arena soll 25.000 Leute fassen. Die Bagger, die erhalten werden sollten, werden jetzt als Kulisse genutzt. Die Gegend des alten Tagebaues dagegen soll als Naherholungsgebiet genutzt werden. In dem Restloch soll ein 580 Hektar großer See entstehen. Dazu werden natürlich viele Gelder benötigt.

 

Die Umsetzung

Die Verschrottung eines mittlerweile unter Denkmalschutz stehenden Baggers hätte umgerechnet 1 Million Mark gekostet. Aber die für die Sanierung des Tagebaues vorgesehen Mittel konnten nun statt dessen für die Gestaltung von Ferropolis gewonnen werden. Anstatt die Sanierungsmittel für den Rückbau und die Verschrottung der Tagebaugroßgeräte zu verwenden, wird hier Geld für ihren Erhalt ausgegeben. Man wird die Tagebaugeräte erhalten um sie zum Teil auszubauen und um sie für Cafés und Besprechungsräume zu nutzen.

Dafür stehen dann 10,2 Millionen Mark zur Verfügung. Am 14.12.1995 gründete der Wirtschaftsminister des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Klaus Schucht symbolisch die neue Stadt Ferropolis. Zur Einfassung der Arena, werden aber nur 4 der ursprünglich 9 Bagger benötigt.

 

Die Arena

Die von Jonathan Park entworfene Arena soll bis zu 25.000 Zuschauern Platz bieten. Die vier Meter tiefer liegende Arena ist bereits ausgehoben. Die Absetzer "Medusa" und "Gemini" und die Bagger "Little Mosquito" und "Mad Max", wie die Tagebaugeräte inzwischen liebevoll genannt werden, sind bereits an die Arena gefahren worden. Dort werden ab dem Jahr 2000, Rockkonzerte, Theateraufführungen und die Magdeburger Kammerspiele stattfinden. Um dort hinzugelangen ist für die Zukunft auch ein Bahnanschluss für die Baggerstadt geplant. Dadurch können die Besucher von Wörlitz oder Dessau, Berlin oder Leipzig mit der Eisenbahn direkt bis nach Ferropolis fahren. Nach der Flutung stehen die Arena und die Bagger dann auf einer Halbinsel mitten im See und werden so Teil der neuen Landschaft.

 

 

 

 

 

Der See und die Landschaft

Bis zum Jahr 2001 wird Muldewasser den 580 Hektar großen See füllen. Damit wurde bereits im Herbst 1998 begonnen. Bei der Besichtigung sahen wir schon einige kleinere Gewässer. Künftig soll der See als Anlaufpunkt für Wassersportler dienen. Das Gebiet um den See soll zur Erholung und zum Campen genutzt werden. Auch ist ein 14 km langes Naturschutzgebiet am Ufer geplant. Schon heute sieht man eine positive Entwicklung in der rekultivierten Landschaft: einige Baumarten haben sich von selbst wieder angesiedelt, die Tiere haben in ihre Gebiete zurückgefunden und das natürliche Gleichgewicht ist zum Teil schon wieder hergestellt.

 

Der Träger

Um auch in Zukunft den Betrieb von Ferropolis zu sichern wurde am 17. September 1997 eine Trägergesellschaft gegründet, die die Baggerstadt als multifunktionellen Veranstaltungsort weiterbauen soll. Die Gesellschafter der Ferropolis GmbH sind der Landkreis Wittenberg, die Stadt Gräfenhainichen, die Expo 2000 Sachsen-Anhalt GmbH, der Bergbau- und Erlebnisbahnverein, die Stiftung Bauhaus Dessau und Martin Brück als geistiger Vater des Projektes.

 

Ferropolis, als Denkmal und Beispiel

Ferropolis, die Stadtskulptur aus 5 Tasgebaugroßgeräten inmitten des ehemaligen Tagebaues Golpa- Nord dokumentiert das Ergebnis der Technikfaszination und Fortschrittgläubigkeit des Industriezeitalters. Die Stadt aus Eisen steht als Mahnmal und Denkmal für den gewaltigen Landschaftsverbrauch und die ökologischen Folgen, die ein Tagebau mit sich bringt, und zugleich für einen Neubeginn im Umgang mit Natur und.Landschaft.

So wird Ferropolis zum Symbol für einen Jahrhundertweg, zur Äußerung einer Region im Wandel, in der sich unterschiedliche Interessen, Erfahrungen, Erinnerungen und Hoffnungen in einem Projekt wiederfinden.

 

 


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